Sunday, April 10, 2005

Als Wochenbrunn noch Wochenbrunn war

Als Wochenbrunn noch Wochenbrunn war konnte man dort zu Füßen des Heiland gar prächtig Nächtig ruhen (aber das ist eine andere, gaaanz andere Geschichte...).


Jesus!!! Grad eben finde ich etwas!
Ich kann´s mir (trotz meiner Verbundenheit zu Wochenbrunn) nicht verkneifen. Das muss man gelesen haben! Zur Erklärung: nach vielen Jahren als Gast hab ich auf Wochenbrunn mehr schlecht als Recht ein paar Monate den "Hoteldirektor" gegeben... und jetzt DAS:)

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Tiroler Tageszeitung 07.04.2005, Mario Zehnhäusern
Scientology-Lehren am Fuße des Kaisers

In Ellmau hat sich still und heimlich ein Drogenselbsthilfe-Verein eingenistet. Das Entzugsprogramm läuft nach den Lehren von Scientology-Gründer Hubbard. "Die Nase voll von Drogen? Narconon beendet die Abhängigkeit." Mit diesem Spruch wirbt Narconon Bayern e. V. für ein Selbsthilfeprogramm zum Drogenentzug. Seit Dezember 2004 können "verschnupfte Nasen" und andere Probleme mit Drogen in der idyllischen Umgebung von Ellmau kuriert werden. Der Alpengasthof Wochenbrunn wurde kurzerhand in Narconon Wochenbrunn umgetauft und ist laut Eigendefinition die "größte Einrichtung im deutschsprachigen Raum. Narconon Wochenbrunn liegt auf 1050 (schon gelogen: sind nur 987m.) Meter Höhe am Rande des Naturschutzgebietes Kaisergebirge und bietet im Sommer, wie im Winter eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. Der Standort der Selbsthilfeeinrichtung ist mitten in der freien Natur am Fuße des Kaisergebirges gelegen. Dennoch sind wir an gute Verkehrsanbindungen angeschlossen", macht der Verein im Internet Werbung.


Das Narconon-Selbsthilfeprogramm basiert auf den umstrittenen Erkenntnissen von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. "Wir sind spezialisiert auf Heroin, Kokain, Methadon, Alkohol, Cannabis, Ecstasy und Speed", ist auf der Homepage des Verein weiter zu lesen. Ein Schritt des achtstufigen Entzugsprogramms sieht ein Fitness- und Saunaprogramm* vor. So sollen schädliche Substanzen ausgeschieden werden. Entdeckt wurde das Narconon-Center eigentlich per Zufall. Mehrfache Anfragen von Gendarmerieposten aus Niederösterreich zur Befragung von Personen, die sich im Narconon-Center befinden, haben die Gendarmerie auf das Treiben am Fuße des Wilden Kaisers aufmerksam gemacht. "Es stellt sich die Frage, ob für den Betrieb einer derartigen Einrichtung Genehmigungen notwendig sind", sagt Kriminalreferent Walter Gaschnig vom Bezirksgendarmeriekommando. Er hat mit Kollegen den ehemaligen Gasthof unter die Lupe genommen und einen Bericht an die Bezirkshauptmannschaft verfasst. Dort bzw. beim Land wird über die weitere Vorgangsweise entschieden.


Überhaupt nicht glücklich über die "neuen Gäste" ist Ellmaus Bürgermeister Klaus Manzl:


"Einer normalen touristischen Verwendung des Alpengasthofs Wochenbrunn bin ich nicht abgeneigt. Ich will aber weder Sekten noch ein Drogentherapiezentrum in der Gemeinde haben." Er fordert, dass diese Einrichtung von den Zuständigen genauesten durchleuchtet wird.Ein neues Leben für Drogenabhängige - nicht mehr und nicht weniger verspricht Narconon. In Werbetexten ist gar vom "wirksamsten Drogenrehabilitationsprogramm der Welt" die Rede. Die Wirklichkeit schaut anders aus. Narconon ist nach Ansicht von Experten weit davon entfernt, ein Therapiemodell für suchtkranke Menschen zu sein. Das Programm tauscht lediglich eine Abhängigkeit gegen die andere aus: Statt nach illegalen Suchtmitteln gieren Betroffene nach Abschluss des mehrstufigen "Reinigungsprozesses" nach den Lehren von Scientology. Genau darin liegt die Perfidität: An die Stelle der physischen Abhängigkeit von Rauschdrogen tritt die psychische Sucht nach Ron L. Hubbards obskuren Grundsätzen und Psychopraktiken. Scientology hat in Tirol schon einmal Schiffbruch erlitten. 1995 musste die umstrittene Gemeinschaft ihre Infostände in Innsbruck über Weisung des Stadtsenats zusammenpacken. Dass die Hubbard-Jünger jetzt versuchen, quasi über die Hintertür doch in Tirol Fuß zu fassen, ist durchaus legitim. Der Rechtsstaat muss auch für sie gelten. Aber Vorsicht ist zumindest angebracht


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* Ich scheiss´mich ein! Wer von Euch kennt den Fitness- und Saunabereich auf Wochenbrunn? Keiner? Gut, also, der Fitnessbereich war zu meiner Zeit ein von Anna´s Katzen vollgeschissener Raum mit 50er-Jahre-Charme, in dem sich ein Haufen sperrmüllreifer Geräte aus den frühen 80er-Jahren befand. Definitiv unbenutzbar, ja, sogar körperverletzend. Ich hoffe, Hubby hat seinen "verschnupften" Neu-Jüngern mal ein paar neue Klamotten spendiert.


Das Beste aber ist die Sauna: Platz für zwei Personen auf nicht ganz 2qm., und wenn zeitgleich in der Küche gebraten wurde, flogen die Sicherungen. Scientologie auf Wochenbrunn. das ist der (vorläufige) Höhepunkt!!!

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